Das unabhängige Xantener Online-Stadtmagazin
für Bürger/innen und Gäste

'My Trip to Salisbury'

Cathedral
Historische Innenstadt
Stonehenge

Ein Reisebericht von unserer Redakteurin Sabine Wassermann

 

Als wir am 13.10.2011 nach Dover übersetzten, begrüßte uns die weiße Küste, als hätte sie schon auf uns gewartet. Unser 3-tägiger Trip nach Salisbury, eine der Partnerstädte Xantens begann. Was uns am meisten interessierte war dort der „ART-Trail“, der mit den „offenen Ateliers“ bei uns ergleichbar ist.



„SXTA“ Art Trail

Salisbury Art Trail – das ist einer der vielen Events zu der die SXTA (Salisbury-Xanten Twinning Association) einlädt. Solche Einladungen werden zwischen den Partnerstädten ausgesprochen, um gegenseitig Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. In Xanten wird z. B. zu Karneval, zum Oktoberfest und zu Silvester eingeladen. Untergebracht wird der Besuch bei Gastfamilien und Mitgliedern der „SXTA“. Im letzten Jahr war Xanten mit 48 Personen in Salisbury zu Gast und kürzlich besuchte eine Gruppe von 37 Personen aus England das Oktoberfest und nahm an einem umfangreichen Programm teil, das u.a. bis zur Zeche Zollverein nach Essen führte. Vor allem die Schulen pflegen diese Kontakte. So haben im letzten Jahr drei Schüler aus Xanten für drei Wochen die Godolphin-Schule besucht, die dortige Schulform kennengelernt und ihre Sprachkenntnisse gefestigt.

Salisbury


Ich war zum ersten Mal dort und war von der Gastfreundschaft, vom Land, den Sehenswürdigkeiten und dem herrlichen Wetter im Oktober überwältigt. Wir waren bei einem sehr netten Ehepaar in einem liebevoll eingerichteten Haus untergebracht und wurden mit reichhaltigem Frühstück und Abendessen verwöhnt, und die beiden zeigten uns Land und Leute. Am ersten Tag machten wir uns auf, Salisbury zu erkunden. Die Stadt hat ungefähr doppelt soviele Einwohner wie Xanten und ist genauso ein viel besuchtes Touristenziel. Sie liegt 150 km östlich von London und ist die Hauptstadt der Grafschaft Wiltshire. Mit ihrer historischen Altstadt und der gotischen St. Mary´s Cathedral aus dem 13. Jahrhundert – ihr Kirchturm ist der höchste in England – ist sie einer der schönsten Kathedralstädte des Landes. Ihren Ursprung hat die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. als eisenzeitlicher Burgwall „Old Sarum“. Im Jahr 1220 wurde die Stadt anfangs unter dem Namen „New Sarum“ drei Kilometer weiter an die heutige Stelle verlegt. Die Fundamente von „Old Sarum“ kann man heute noch besichtigen.

Salisbury ART-Trail 2011

Alle zwei Jahre findet in Salisbury der „ART-Trail“ statt. Viele Künstler öffnen ihre Pforten oder stellen ihre Werke in der Öffentlichkeit aus. In diesem Jahr waren es 49 Künstler, die ihre Malerei der verschiedensten Stilrichtungen, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Schmuck, Töpfer- und textile Kunst ausstellten. Es ist fast unmöglich in der Kürze alles zu sehen, so haben wir uns entschieden, die Innenstadt „abzugrasen“.


In vielen Cafés und Pubs waren Ausstellungen zu finden. In der Stadtbücherei, sogar in einer alten Kirche, die nicht mehr als Gotteshaus genutzt wurde, war eine Multimedia-Ausstellung untergebracht. Spannend fanden wir ein Atelier, das wir in einem rüseligen Hinterhof fanden. Zwischen altem Gerümpel und rostigen Gegenständen fanden wir den Eingang zu einer Töpferei. Eine sehr nette junge Künstlerin zeigte uns dort in einem hellen und freundlichen Raum ihre Werke aus Ton und ihren selbstgemachten Schmuck. Das Angebot ist so vielfältig, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Es ist auf jeden Fall sehenswert.

Ein Quizabend der besonderen Art

Nachdem wir uns am Abend von der hervorragenden Küche eines englischen Pubs überzeugen durften, nahmen uns unsere Gasteltern mit zu einer Charity-Veranstaltung des örtlichen Lions-Club in einem alten Gemeindesaal. Das ganze war als Quizabend gestaltet und der Pfarrer entpuppte sich als exzellenter Quizmaster – er heizte mit seinem Scharm und Humor den Saal so richtig ein. Die Stimmung war herrlich, bei Kuchen und Schnittchen wurden gruppenweise eine Fülle an Fragen aus Geschichte, Film, Raumfahrt, Literatur, Geografie und Naturwissenschaft beantwortet, die ungefähr die Qualität der 32.000 Euro-Frage bei WWM hatten. Nur mit dem Unterschied, dass es keine Antwortvorgaben und keine Joker gab. Es wurde geraten und diskutiert was das Zeug hielt. Am Schluss wurden nicht nur die Quizsieger, auch wir als außergewöhnlicher Besuch gebührend gefeiert. Der Abend war sehr spaßig und die Leute eine ungezwungene und liebenswerte Gemeinschaft.

Bath – shoppen, schauen, genießen


An unserem zweiten Tag starteten wir einen Trip in die Stadt Bath. Der Weg dorthin führte uns durch die beeindruckende idyllische Hügellandschaft, vorbei an einem 700 Jahre alten urigen Pub „The George Inn“ in dem wir natürlich einen Halt machten.


Bath wurde zum Weltkulturerbe erklärt und ist eine der schönsten Städte, die man in England besichtigen kann. Unsere Gastmutter war schon ganz verrückt darauf, mit uns eine Shopping-Tour durch die historische, aber auch sehr moderne Stadt zu unternehmen.

Wir erkundeten Bath nicht nur zu Fuß, wir entschlossen uns auch bei dem herrlichen Sonnenschein auf dem Deck eines der unzähligen Sightseeing-Busse Platz zu nehmen, damit wir möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekamen. Bath beherbergt einige der schönsten architektonischen und historischen Schätze Europas, darunter die Römischen Bäder, eine Abteikirche aus dem 15. Jahrhundert, einzigartige Museen und ein vielfältiges Angebot an Restaurants und Pubs.
Positiv aufgefallen ist mir, dass in der Großstadt die Menschen überall auf den Grünflächen chillen, die Sonne genießen, quatschen, lesen und die Kinder auf den tollen Spielplätzen toben. Das hat inmitten des bunten Treibens Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt.

Lacock – nicht nur für Zauberlehrlinge auf fliegenden Besen

Am dritten Tag führte uns unsere Unternehmungslust in das süße Dörfchen Lacock. Es wurde um 1000 n. Chr. gegründet und die Häuser sind teilweise noch aus dem 13. bis 18. Jahrhundert. Lacock wurde schon oft als Filmkulisse genutzt, „Pride and Prejudice“ („Stolz und Vorurteil“) wurde 1995 hier gedreht und die Lacock Abbey diente für mehrere Harry-Potter-Verfilmungen als Kulisse der Zauberschule Hogwarts. Es ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, allein schon wegen des köstlichen Eises, das man in England nicht so häufig findet.

Stonehenge – sagenumwobene Kultstätte

Viele Xantener kennen nicht unbedingt den APX, viele Engländer haben sich noch nicht Stonehenge ausführlich angesehen. Aber als Xantener sollte man an der eindrucksvollen mystischen Kultstätte 13 km nördlich von Salisbury nicht nur vorbeifahren, sondern auch anhalten und aussteigen. Als wir dort in der Abenddämmerung ankamen, schlug mein Fotografenherz bis zum Hals. Es bot sich von der Straße aus ein uneingeschränkter Anblick mit der untergehenden Abendsonne im Hintergrund. Über das „Wie“ und „Warum“ das gigantische Monument vor über 5000 Jahren entstanden ist, gibt es ja bis heute nur Spekulationen. Fest steht aber, dass es ein krönender Abschluss unserer Tour war.

Fazit

Es waren drei wunderbare Tage, wir haben nicht nur die Kulissen erlebt, sondern auch die Menschen, wie sie sind und im Alltag miteinander umgehen. Alles in allem haben wir in den drei Tagen viel erlebt und eine Menge mitgenommen. Wir haben die Zeit voll ausgenutzt ohne Stress zu haben. Drei Tage abschalten vom Alltag, neue Eindrücke sammeln und trotzdem entspannen und genießen. Das wird mit Sicherheit nicht unser letzter Besuch in England gewesen sein.