Das unabhängige Xantener Online-Stadtmagazin
für Bürger/innen und Gäste

Saintes - ganz nah am Atlantik

Kathedrale
Amphitheater
Chateau de la Roche Courbon
Ehrenbogen des Germanicus

Wie jeder aufmerksame Bürger und Besucher unserer Stadt bemerkt hat, wehen an den vier Ecken unseres Marktes die vier Nationalflaggen unserer Partnerstädte. In unseren Ausgaben 36 und 38 berichteten wir über die Reize von Salisbury in England und Geel in Belgien. Diese Städte bereisten wir höchst persönlich und brachten jede Menge Eindrücke mit, die wir an unsere Leser und Leserinnen bereits weitergaben. In dieser Ausgabe machen wir Appetit auf Saintes in Frankreich. Dorthin haben wir es noch nicht selbst geschafft, aber die vielen Infos, die wir gesammelt haben, machen uns schon sehr neugierig und wecken vielleicht ja auch bei dem ein oder anderen die Gedanken an Sonne, Strand und Meer schon die Reiselust für 2013. Denn von Saintes ist es nicht mehr weit bis an die Atlantikküste.

Die Städtepartnerschaft zwischen Xanten und Saintes besteht seit dem 11. Mai 2002. Es ist eine Dreieckspartnerschaft, denn Salisbury in England unterhält ebenfalls eine Partnerschaft mit Saintes. Die Entfernung von Xanten nach Saintes beträgt etwa 900 km. Es ist schon eine Ecke zu fahren, aber dafür wird man mit einer eindrucksvollen Landschaft und kulturellen und historischen Highlights belohnt und verlebt dort mit Sicherheit eine schöne Zeit.


Saintes ist mit seinen 26.000 Einwohnern etwa so groß wie unser Xanten. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit, die die beiden Städte verbindet, denn sie blicken auch beide auf eine ähnliche Geschichte zurück. In beiden Städten sind Spuren römischer Besiedlung zu finden. Und die Städtenamen sind auf einen „Ort der Heiligen“ zurückzuführen.

Von den Römern - über das Mittelalter - in die Gegenwart

Saintes wurde etwa 20 v. Chr. durch die Römer am Ufer des Flusses Charente gegründet. Aus dieser Zeit stammen das Amphitheater und der Germanicusbogen, der früher das Stadttor war. Viele Funde aus dem Alltagsleben der römischen Bevölkerung wie Geschirr, Schmuck, Kleidung, Spielzeuge, Kultgegenstände, aber auch Überreste von Tempeln und Grabmälern, Inschriften und Skulpturen sind im Musée Archéologique zu finden. Aus dem Mittelalter stammen mehrere Kirchen, etwa die Kathedrale Saint-Pierre aus dem 15. Jahrhundert und die noch bedeutenderen Überreste der großen Pilgerkirche Saint-Eutrope von 1096, deren Schiff zerstört worden ist  - diese gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe als Teil des  Jakobswegs nach Santiago de Compostella. Nach den Religionskriegen entwickelte sich Saintes im 17. bis 19. Jahrhundert zu einer wohlhabenden Stadt, vor allem wegen des Handels mit Cognac.  Reiche Cognac-Händler bauten in dieser Zeit dort eindrucksvolle Herrschaftshäuser, die zum Charme und zu der besonderen Atmosphäre des historischen Stadtkerns beitragen. Heute ist die Stadt vor allem reich an Kunst, Kultur, Geschichte und historischer Architektur und es gibt noch viel mehr zu entdecken.

Die Charente

Saintes liegt an dem schönen Fluss Charente. Die Charente entspringt in Chéronnac im Limousin (Mittelfrankreich) und mündet nach 361 km in den Ozean gegenüber dem Fort Boyard. Schon im Mittelalter war die Charente ein bedeutender Handelsweg, auf dem Salz, Stein, Kanonen und seit dem 19. Jahrhundert Cognac transportiert wurde. Die Uferregionen wurden zu Naturschutzgebieten erklärt, da sie wie bei uns am Rhein Überschwemmungsgebiete sind und über ein reiches Ökosystem aus Pflanzen und Tieren verfügen. Entlang der Charente kann man wunderbar spazieren, wandern und Rad fahren und dabei die Natur genießen. Auf dem Wasser selbst kann man auf dem Sonnendeck eines Vergnügungsdampfers die Seele baumeln lassen oder in einem Elektroboot als sein eigener Kapitän den Fluss erkunden. Bei einer kleinen idyllischen Kreuzfahrt in einer traditionellen „Gabarre“, einem flachen Holzboot mit einem Segel in dem einst Güter transportiert wurden,  erfährt man Interessantes über die Fauna und Flora, die Geschichte der Stadt und das Leben der Flussschiffer. Natürlich gibt es dort auch wie bei uns, kulturelle Rundgänge und Führungen durch die historische Stadt. Jede Menge Eindrücke und mehr über das Sommerprogramm findet man unter 
www.saintes-tourisme.fr

Also bei uns hat die Recherche schon mächtig die Reiselust geweckt und mit Sicherheit ist Saintes in der nächsten Zeit ein Ziel für uns. Wenn wir dort waren, geht der Blick in Richtung unserer derzeit vierten Partnerstadt, nach  Beit Sahour in Palästina.


„Vielen Dank“ an Astrid Autrata, die uns die Fotos zur Verfügung gestellt hat.