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Marienbaum - der älteste Wallfahrtsort am Niederrhein

Die Entstehung der anderen Ortschaften hier am Niederrhein geht meistens auf die Landwirtschaft oder die Fischerei zurück. Bei Marienbaum ist das ganz anders: Hier sind es eine alte Legende und ein Kloster, die sozusagen den Grundstein für das Dorf darstellten.



Geschichte

Die Legende sagt, dass einem kranken Schäfer im Traum eine Figur der Jungfrau Maria in einem Baum mit einem markant treppenförmigen Stamm erschienen ist. Daraufhin suchte und fand er diesen Baum und verehrte die Figur, woraufhin er wieder gesund wurde. Die Geschichte von der Heilung sprach sich schnell herum und schon wenig später pilgerte eine
große Zahl von Kranken zu diesem Baum, die sich Heilung durch das Marienbild versprachen.

1441 ließ Herzog Adolph I. an der besagten Stelle eine Kapelle bauen und seine Frau, Maria von Burgund, stiftete dort ein Kloster. Ein Doppelkloster des Brigittenordens, in dem Nonnen und Mönche streng voneinander getrennt lebten. Rund um das Kloster entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Dorf – das heutige Marienbaum. Einen Schwerpunkt der Dorfstruktur bildeten Herbergen und Gasthäuser, die den immer zahlreicher werdenden Pilgern Unterkunft boten.

Im 17. Jahrhundert nimmt die Zahl der Pilger in Marienbaum beträchtlich ab. Nicht zuletzt weil ein gewisser Herr Busmann – seines Zeichens Händler – unweit von Marienbaum auch eine Marienerscheinung hatte und er ebendort mit einer Kapelle den Grundstein des heutigen Kevelaer setzt, dass nunmehr das Wallfahrtzentrum am Niederrhein ist. Trotzdem finden auch später immer wieder viele Wallfahrer den Weg nach Marienbaum. Im 18. Jahrhundert ist die kleine gotische Kirche sehr baufällig geworden und bietet nicht mehr genug Platz. Sie wird durch die Wallfahrtskirche ersetzt, die mit ihrer ungewöhnlichen Mischung aus neugotischen und barocken Elementen auch heute noch das Gesicht Marienbaums prägt. Um 1700 leben in Marienbaum schon über 100 Menschen (neben den etwa 80 Ordensleuten). Das Dorf dehnt sich weiter stetig aus.

Im Jahre 1802 – unter französischer Herrschaft – werden alle Klöster aufgehoben und ihr Besitz beschlagnahmt. Das Klostergebäude in Marienbaum wird auf Abbruch verkauft. Trotzdem hat Marienbaum seine Bedeutung als Wallfahrtsort bis heute nie verloren. Im Wallfahrtsmuseum können sich Interessierte über den kirchlichen Werdegang des Dorfes und des Klosters informieren.

Heute

Zurzeit leben hier rund 2.000 Menschen in etwa 800 Haushalten. Damit ist Marienbaum zwar nicht das größte Xantener Dorf – Vynen hat noch mehr Einwohner – aber hier gibt es im Gegensatz zu anderen Xantener Gemeinden das größte Angebot an Einkaufsgelegenheiten, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben. Das liegt sicher auch daran, dass Marienbaum das Xantener Dorf ist, das mit ca. 8 km am weitesten von der Innenstadt entfernt liegt. Die Geschäfte an der B 57, die Gasthäuser, die Apotheke, einige Arztpraxen und die zahlreichen anderen Betriebe erlauben den Marienbaumern ein fast unabhängiges Leben. Auch der Wochenmarkt (jeden Donnerstag Nachmittag), den es sonst in keinem anderen Xantener Vorort gibt, trägt zur Versorgung der Bürger bei. Was die Marienbaumer besonders freut: Ihr Dorf wächst. Durch neue Bebauungsgebiete ist die Tendenz bei der Einwohnerzahl auch weiterhin steigend. Und das braucht ein Dorf, um seine Infrastruktur zu sichern.

Wettbewerbe

Das Marienbaum schön und interessant ist, wurde gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon mehrfach bewiesen. Beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ konnte Marienbaum einige Preise gewinnen. 1973 gab es Gold auf Kreis- und Landesebene, 1999 gab es wieder einen ersten Preis im Kreiswettbewerb. Im Zuge der verschiedenen Bewerbungen zu Wettbewerben wurden in Marienbaum 40 km neue Wanderwege angelegt, eine Unzahl von Bäumen gepflanzt und an zahlreichen Gebäuden wurden. Restaurierungsarbeiten ausgeführt.

Der Hochwald


Zu welchem Ort er nun eigentlich gehört, darüber muss man sich nicht streiten. Jedenfalls liegt der Hochwald zwischen Marienbaum und Uedem und
bietet nicht nur den Einwohnern dieser beiden Gemeinden Natur und Erholung in ihrer schönsten Form. Knapp 35 km gut ausgebaute und beschilderte Wanderwege
erstrecken sich durch den Hochwald. Der Heimat- und Bürgerverein Marienbaum hat eine Wanderkarte herausgegeben, mit der man den Staatswald systematisch
erkunden kann. Das Gebiet ist so groß, dass man als Spaziergänger und Wanderer unbegrenzt für sich alleine sein und sich vom Stress des Alltages erholen kann.

Naturlernpfad

Zwischen Wald und Dorf wurde vor einigen Jahren der Naturlernpfad Marienbaum realisiert. Hier können Kinder und Erwachsene Interessantes über die heimische Pflanzenund Tierwelt lernen und zum Teil hautnah erleben und „begreifen“. An 14 Stationen erklären große Hinweistafeln das natürliche Leben in Wald, Feld und Wiese. Weitere Infos zum Naturlernpfad Marienbaum finden Sie im Buch „Xanten erleben” (TIX).

Reges Vereinsleben

Wie in allen Gemeinden am Niederrhein wird natürlich auch in Marienbaum die Dorfgemeinschaft und das Vereinsleben groß geschrieben. Allein 17 Vereine gibt es hier. Das geht vom Heimat- und Bürgerverein, in dem fast die Hälfte der Marienbaumer Haushalte Mitglied sind, über die freiwillige Feuerwehr, den Kirchenund Kinderchor, den Musikverein Cäcilia und das Karnevalskomitee bis hin zur St. Brigitten-Schützenbruderschaf<wbr style="color: rgb(34, 34, 34); font-family: arial, sans-serif; font-size: 13px;">t, dem Tambourcorps und der Rock’n’Roll Tanzgruppe. Besonders erfolgreich ist zur Zeit die Fußballmannschaft des SV Vynen-Marienbaum. Die erste Mannschaft dieser „Co-Produktion“ zweier Xantener Gemeinden konnte in im Jahr 2004 in die Bezirksliga aufsteigen. Die Aktivitäten aller Vereine hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Aktuelle Infos über die Vereine und alle anderen Marienbaumer Themen gibt’s im Internet bei www.marienbaum. de. Diese gut aufbereiteten Internetseiten bieten zahlreiche Bilder zu allerlei Festen und Aktivitäten und auch einen umfassenden Terminkalender.