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Update der Lüttinger Internetseite

Im März 2014 wurde die Internetseite www.luettingen.de komplett neu gestaltet. Hier gibt es Infos über das Dorfgeschehen und über Vereine, Kirche, Schulen, Kindergarten etc.

 

 

Fischerdorf Lüttingen - Wasser hat hier Tradition

Der "Lüttinger Knabe"
Die Fischerhütte
Lüttinger Kirche

Das Fischerdorf Lüttingen blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück. Als der Kölner Erzbischof Bruno im Jahr 965 der Benediktiner-Abtei St. Pantaleon (Köln) seinen Hof „Lidron“ (daraus entwickelte sich später der Name Lüttingen) schenkte und Mönche das Gebiet unter dem Patronat des Heiligen Pantaleon besiedelten, beginnt die Geschichte des Dorfes am Rhein. Die heutige Lüttinger Kirche entstand um 1473 auf einem noch älteren Fundament. Jahrhunderte lang lebten die Lüttinger von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Das Dorfwappen zeigt daher auch einen Fisch, den springenden Salm. Der grüne Hintergrund verweist auf die Landwirtschaft.

 

Im Jahre 1858 entdeckten sechs Lüttinger Lachsfischer bei einem Fischzug im Rhein den „Lüttinger Knaben“, ein in Bronze gegossener „Stummer Diener“ von seltener Schönheit - vermutlich aus der Römerzeit - der zum Wahrzeichen des Dorfes wurde. Das Original der lebensgroßen Statue steht heute in Berlin. Abgüsse finden sich im Xantener Römermuseum und Rathaus sowie auf dem Lüttinger Dorfplatz.

Hagelkreuzschule – Im Herbst 2011 war es soweit

Durch großes Engagement hat sie es geschafft, die Hagelkreuzschule ist seit 2011 Kneippschule. Die neue Kneipp-Anlage am Hafen Xanten war schon vorher eröffnet, weitere Bedingungen waren erfüllt und im Herbst 2011 erfolgte die Zertifizierung. Den Grundstein für diese Entwicklung legte der Schulentwicklungspreis, den die Schule im Jahr 2009 als „Gute gesunde Schule“ erhalten hat. Das Preisgeld in Höhe von 4.500 Euro ermöglichte 12 Lehrkräften die Ausbildung zum Gesundheitslehrer an der Sebastian-Kneipp-Akademie. Im Mai 2011 führte die Schule zwei Projekttage durch, an denen die Kinder an die fünf Kneipp‘schen Prinzipien herangeführt wurden (Wasser - Ernährung - Bewegung - Pflanzen (Kräuter) - Lebensordnung). Die Kinder begegnen verschiedenen Bewegungsangeboten, den Kräutern, den Wasseranwendungen für Arme und Beine, Ernährungsangeboten und Entspannungs- bzw. Sinnesübungen. Der Schulhof wurde umgestaltet und bietet in den Pausen neben dem gesunden Frühstück vielseitige Bewegungsmöglichkeiten, einen Kräutergarten und einen Sinnespfad.

Sie gaben ihr Leben, um andere zu retten

Ein tragisches Ereignis prägte am 05. Oktober 1971 die Geschichte Lüttingens. Ein „Canberra“-Jagdbomber der britischen Royal Air Force erlitt über Xanten einen Triebwerkschaden und es war abzusehen, dass er unweigerlich abstürzen würde. Die beiden Piloten schafften es, den Bomber über die Häuser des Dorfes hinweg zu manövrieren. Anstatt ihr eigenes Leben mit dem Schleudersitz zu retten, bewahrten sie viele Menschen vor einer Katastrophe. Auf der Homepage www.hbv-luettingen.de ist die spektakuläre Geschichte und eindrucksvolles Filmmaterial zu finden. An der Südseekurve am Willibrordweg – der damaligen Unglücksstelle – wurde gemeinsam mit 60 Veteranen der damals in Laarbruch stationierten 16. Staffel der Royal-Air-Force am Samstag, dem 08. Oktober um 10.00 Uhr feierlich zum 40. Jahrestag dieser Heldentat gedacht und die Gedenktafel enthüllt.

Das Vereinsleben

Wie überall am Niederrhein blüht auch in Lüttingen das Vereinleben. Der jährliche Höhepunkt im Veranstaltungskalender (in diesem Jahr vom 08.-11.07.) ist das 4-tägige Schützenfest der St. Pantaleon Schützenbruderschaft mit Dorfkirmes und Auftritt der Lüttinger Fahnenschwenker bei der Parade. Der 1984 gegründete Heimat- und Bürgerverein fördert nicht nur die Lüttinger Vereine auf vielfältige Weise, seine Mitglieder krempeln auch die Ärmel hoch und sorgen dafür, dass das Dorf eine Augenweide ist und bleibt. Außerdem übernimmt der HBV die Organisation der traditionellen Veranstaltungshighlights, wie das über die Stadtgrenzen bekannte und beliebte Fischerhüttenfest, das jedes Jahr am ersten Samstag im September um die Fischerhütte an der Xantener Südsee stattfindet. Hier zelebrieren die „12 Apostel“, der Angelsportverein „ASV Neunauge“ und viele andere fleißige Helfer echte niederrheinische Kultur und verwöhnen die Besucherscharen mit den vielfältigsten Fischspezialitäten und maritimen Klängen.

Die „12 Apostel“ bilden den „harten Kern“ des Heimat- und Bürgervereins. Dem geschichtlichen Ursprung nach hatten zwölf Lüttinger Fischerfamilien einen 3 km langen Rheinabschnitt gepachtet und bildeten eine eingeschworene Arbeitsgemeinschaft, die es für damalige Verhältnisse zu bescheidenem Wohlstand brachte. Dem christlichen Glauben folgend, bezeichnete sich die Fischerzunft als „12 Apostel“.

Seit fast 30 Jahren veranstaltet das Tambourcorps Lüttingen an Vatertag sein traditionelles Frühlingsfest auf dem Dorfplatz rund um das „zwölf Apostel Denkmal“. Bei Bierchen vom Fass, Weinchen im Zelt, Kuchen vom Buffet und Pommes von der Bude kann der Frühschoppen auch was länger dauern. Auch bei den Vatertagsradlern ist das Frühlingsfest als ausgedehnter Zwischenstopp beliebt.
Der SSV Rheintreu Lüttingen ist mit fast 800 Mitgliedern der größte Verein des Dorfes und stolz darauf, seit letztem Jahr erfolgreich auf einem Kunstrasenplatz zu spielen. Die Jugendabteilung wurde für ihre gute Arbeit sogar vom DFB mit der „Sepp-Herberger-Urkunde“ ausgezeichnet. Über die umfangreichen Sportangebote informiert die Homepage www.ssv-luettingen.de.

Das Bemerkenswerte ist, dass in Lüttingen ein vereinsübergreifendes Netzwerk besteht und alles Hand in Hand läuft. So kommen die Einnahmen des Fischerhüttenfestes der Jugendarbeit des SSV Lüttingen und den Jugendfreizeiten zu Gute. Zum nächsten Königsschießen der Bruderschaft wird eine vom HBV finanzierte Armbrust überreicht und die „12 Apostel“ unterstützten tatkräftig den Bau der Kneippanlage.

 


 

Kneipp-Anlage am Hafen Xanten

Kneipp-Anlage

Mit sehr viel Engagement und Muskelkraft ist im Frühjahr 2011 am Hafen Xanten das Gemeinschaftsprojekt der Lüttinger Hagelkreuzgrundschule und des Kneippvereins Xanten-Uedem-Sonsbeck eröffnet worden. Viele unserer Leser haben hier bereits ihren Kreislauf in Schwung gebracht und sind auf dem Sinnespfad gewandelt. Die neue Kneippanlage lädt müde Radfahrer, Spaziergänger, Adventuregolfer und viele andere zu einem erfrischenden Zwischenstopp ein. Es heißt Hose hochkrempeln und im Storchengang (ein Fuß muss immer ganz aus dem Wasser heraus) durch das auf 15 Grad temperierte Wasser. Danach Füße trocknen lassen und anschließend über den Sinnespfad wandeln. Verschiedene Felder mit unterschiedlichen Materialien regen die Durchblutung an und wirken wie eine Massage.


Frau Dörte Dreher-Peiß, Vorsitzende des Kneippvereins Xanten-Uedem-Sonsbeck betont ausdrücklich, dass das Kneippen nicht nur für „ältere Leute“ ist, sondern dass auch sehr viele junge Menschen sich der Vorzüge bewusst werden“. Obwohl seine Lehren in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten sind, sind zum 190. Geburtstag des bayrischen Pfarrers und Wassertherapeuten Sebastian Kneipp wieder topaktuell. Die Anlage mit ihrem Wassertretbecken, Armbecken, Kräuterbeeten und Sinnespfad ist jährlich von April bis Oktober für jeden kostenlos zugänglich. Weitere Infos unter www.kneippverein-xus.de