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Die Evangelische Kirche

 

Kleinod zwischen Markt und Mitteltor

Von allen Seiten dominiert der Dom die Stadt Xanten und die evangelische Kirche wirkt im Schatten des Domes natürlich eher klein. Trotzdem ist sie seit mittlerweile 355 Jahren einer der optischen Fixpunkte der Xantener Innenstadt.

 

Mit ihrer freundlichen weißen Fassade, den romanischen Rundfenstern und dem achteckigen Glockenturm nimmt man die evangelische Kirche besonders von der Marsstraße aus als zentrales Gebäude wahr.

Evangelische Gemeinde in Xanten

Nachdem anfangs sehr viele Xantener Bürger zum neuen Glauben übergetreten waren wurde die Stadt nach dem Scheitern der Reformation im Erzbistum Köln wieder katholisch und die evangelischen Christen mussten 1572 sogar fliehen. Als mit dem Xantener Vertrag von 1614 die Stadt preußisch wurde, war der Weiterbestand der evangelischen Gemeinde gesichert. Der prozentuale Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg auf etwa 20 Prozent. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Xanten noch eine zweite evangelische Gemeinde, die "lutherische".

Der Große Kurfürst

Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ die evangelische Kirche 1649 errichten. Er selbst und seine Gattin waren bei der Einweihung anwesend. Seit dem trägt die vorbeiführende Straße den Namen Kurfürstenstra.e. Der Turm der Kirche wurde erst später - 1662 - angebaut. Eine Orgel war jedoch von Anfang an vorhanden. Weil im Umfeld der Kirche kein Platz für einen Friedhof war, wurde das Gebäude unterkellert und in diesem Gewölbe wurden 130 Jahre lang alle Verstorbenen der Gemeinde beigesetzt. Im Jahre 1785 wurde die Kirche grundlegend renoviert. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

Wiederaufbau

Das alte Portal mit seiner Barockeinfassung - ein Engelskopf mit der Jahreszahl 1648 als Schlussstein -wurde in seiner alten Form und Bemalung wiederhergestellt und am 4. Advent des Jahres 1948 fand der erste Gottesdienst nach der Zerstörung statt. Es folgte Mitte der 50er Jahre der Bau des Jugendheims direkt neben der Kirche. Der Backsteinsaalbau mit dem unten quadratischen und in den zwei oberen Etagen polygonalem Turm ist seit längerer Zeit verputzt und weiß gestrichen und bildet einen romanisierenden Kontrast zum gegenüber liegenden Gotischen Haus.