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Der Hafentempel - Xantens erstes echtes Wahrzeichen

Hafentempel - Foto: Thomas Költgen

Schon lange vor der Entstehung der mittelalterlichen Stadt, die uns zahlreiche historische Bauwerke hinterlassen hat, sorgte die „Colonia Ulpia Traiana“ für Furore am Niederrhein. Diese Stadt mit ihren imposanten Beweisen römischer Baukunst muss für die „Ureinwohner“ ein echter Kulturschock gewesen sein. Wohnten doch die Germanen seinerzeit noch in Behausungen, die nicht viel mehr als überdachte Erdlöcher waren. Das erste, was man aus der Ferne von der CUT sehen konnte, war der Hafentempel. Das älteste echte Wahrzeichen der Stadt.

Wenn man den rekonstruierten Teil des Hafentempels heute in seiner grau-weißen Schlichtheit sieht – so, wie sich heute auch die meisten anderen erhaltenen oder rekonstruierten Römerbauwerke präsentieren, dann hat diese Optik nicht mehr viel mit ihrem Aussehen in der Antike zu tun. Der Hafentempel war keineswegs weiß. Das komplette Bauwerk stellte sich in schreiend bunten Farben dar. Etwa in Orange, Himmelblau und Rosa. An einem kleinen Streifen der Ecksäule ist dies heute dargestellt. Reisende, die den damals direkt an der Stadt vorbeiführenden Rhein befuhren, erblickten das farbenprächtige Bauwerk schon aus einigen Kilometern Entfernung. Ein weithin sichtbares Zeichen römischer Kultur, Macht und Überlegenheit.

Historisches


Man weiß bis heute nicht genau, wem der Hafentempel geweiht war. Es gibt mehrere Vermutungen. Die meisten Fachleute tippen heute entweder auf den Gott Mars, weil innerhalb der CUT Darstellungen dieses Gottes gefunden wurden oder auf die Möglichkeit, dass der Tempel dem Kaiser Trajan gewidmet war. Er wurde zwar nicht als Gott verehrt, es gab zu dieser Zeit aber einen Kaiserkult, der den Namen und das Bildnis des Imperators nicht nur durch Münzen und Statuen kommunizierte, sondern auch solche Tempelbauwerke vorsah. Die übergroße Macht des Kaisers sollte so auch in den entlegensten Winkeln des Reiches wirksam dargestellt werden. Ein Ringhallentempel in einem so weit nördlich liegenden Gebiet war allerdings schon recht ungewöhnlich und gilt als echte Besonderheit.

Auch die Lage innerhalb der Stadt ist ungewöhnlich. Meist wurden Tempel zentraler platziert. Auch dieser Umstand stützt die Theorie, dass der Hafentempel hauptsächlich als Wahrzeichen und Machtsymbol diente. Das Tempelinnere, die Cella, war übrigens für den normalen Bürger tabu. Hier hatten nur Priester Eintritt. Wenn Gottesdienste oder Rituale gefeiert wurden, dann fanden diese vor dem Tempel im Freien statt.

Die Rekonstruktion

Die Rekonstruktion des Hafentempels begann im Jahre 1978, als die originale Fundamentplatte freigelegt und Tausende kleinster Fragmente ausgegraben wurden. Darüber wurde ein Jahr später ein Schutzbau errichtet. Ab 1982 begann man mit der Herstellung der Säulen und weiterer Architekturglieder. Zur gleichen Zeit entstand der gut drei Meter hohe „Sockel“ des Tempels. Erst 1987 wurde das Giebelteil aufgesetzt und die Rekonstruktion erhielt die äußere Optik, wie sie sich auch heute noch darstellt. Die Gesamthöhe beträgt 27 Meter und die Grundfläche 36 x 24 Meter. Der Tempel hat für den interessierten Besucher aber noch mehr zu bieten. Man kann die Original-Fundamente besichtigen, denn der Schutzbau ist begehbar (Eingang auf der Tempelrückseite). Auch die Cella kann heute von Jedermann betreten werden. Die Wände sind mit Tuffquadern verkleidet, die Innenausstattung besteht aus einem Marmorboden, Marmorinkrustation der Wände und der aufstukkierten Wandpilaster. Wer sich darunter nichts vorstellen kann sollte einfach einmal reinschauen....

Und sonst?


Überhaupt hat der gesamte APX eine ganze Menge Interessantes zu bieten. Vor allem regelmäßig etwas Neues. Wer zuletzt vor Jahren den APX besucht hat, wird sich wundern, was sich alles verändert hat. Und in der nächsten Zukunft sind weitere große Veränderungen geplant. Gegenüber der Herberge wurden z.B. drei Handwerkerhäuser in originaler Lehmbauweise errichtet (was am feuchten Niederrhein eine echte architektonische Herausforderung darstellt). In diesen Häusern sollen dann sogar echte Handwerker ihre Arbeit verrichten und ihre Waren anbieten. In den letzten Jahren gab es einige Projekte, die den APX in vielerlei Hinsicht bereichern. Zum Beispiel das RömerMuseum vor den heutigen großen Thermen, dessen Spatenstich im Jahr 2005 stattfand.

Nicht nur die Archäologie kommt bei den Veränderungen zum Zuge, sondern auch das Vergnügen. Neben dem neu errichteten Abenteuerspielplatz wurde ein Wasserspielplatz errichtet. So können Kinder und Jugendliche etwas über ihre Vergangenheit lernen und sich gleichzeitig nach Herzenslust austoben. Eine gute Kombination.

Eintritt für Xantener enorm günstig

Ein Grund mehr für Xantener Bürger den APX zu besuchen: Für nur 10 euro erhält jede Xantener Familie (Eltern und alle eigenen Kinder) freien Eintritt in den APX wie auch in das Regionalmuseum und die Großen Thermen. Die TIX bietet als Variante den Museumspass, der volle 2 Jahre gültig ist und 20 euro kostet. Also: nichts wie hin!