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Das Klever Tor - eine der wenigen erhaltenen Doppeltoranlagen

Klever Tor - Foto: Thomas Költgen

Das 1393 erbaute Doppeltor ist das einzige heute noch vollständig erhaltene Stadttor Xantens. Bis auf die oberen Bereiche, die nach dem zweiten Weltkrieg rekonstruiert wurden, präsentiert es sich bis heute in seiner ursprünglichen Bausubstanz.


Nachdem der nördliche Teil Xantens an Kleve gefallen war (der südliche Teil stand unter der Herrschaft des Kölner Erzbischofs) wurde 1393 mit dem Bau des Klever Tores als Teil der nördlichen Befestigungsanlage begonnen. Wie man an den beiden steinernen Wappen von Köln und Kleve erkennen kann, die über dem Tordurchlass auf der Außenseite zu finden sind, war der Bau eine „Co-Produktion“ beider Stadtherren.

Feinde hatten schlechte Karten. Die Doppeltoranlage mit den beiden vorgelagerten Eulentürmen (der Name rührt daher, dass die Türme, die Jahrhunderte lang ohne Dach waren, regelmäßig von Eulen als Nistplätze genutzt wurden) stellte eine sehr effektive Schutzeinrichtung für die befestigte Stadt dar. Sollten es tatsächlich Eindringlinge geschafft haben, das äußere Tor zu überwinden, fanden Sie sich in einem hoch ummauerten Zwinger (Zwischenhof) wieder. Dort hatten die Verteidiger auf den Türmen und Mauern natürlich die deutlich bessere Position.

Schicksal war schon besiegelt

Im 19. Jahrhundert wurden Stadtbefestigungen und Stadttore nicht mehr gebraucht. Es galt sogar als unmodern für eine Stadt, solche Befestigungsanlagen zu besitzen. Die Stadt Xanten hatte finanzielle Probleme und konnte für den Unterhalt der Türme nicht mehr aufkommen. Das Klever Tor wurde deshalb für den Abriss verkauft. Doch es trotzte mit seiner sehr soliden Bausubstanz der Zerstörung. Dem Unvermögen der damaligen Technik ist es zu verdanken, dass eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Tor heute noch steht. Das Klever Tor wurde fortan als Gefängnis genutzt – bis 1906. Da gab es unter Kaiser Wilhelm II eine Restaurierungswelle historischer Gebäude mit der auch das Klever Tor historisch korrekt wiederhergestellt wurde. Später erfuhr unser Stadttor noch weitere Nutzungsänderungen. Es diente als Museum, Heim der Hitlerjugend und als Quartier für Archäologen bei Ausgrabungsarbeiten.

Sich einmal als Burggraf fühlen

Heute sind im Klever Tor drei Ferienappartements zu finden, die von Kurz- und Langzeiturlaubern gerne genutzt werden. Die Mischung aus moderner Einrichtung und dem ganz speziellen mittelalterlichen Ambiente macht diese Ferienresidenz sehr begehrt. Hier kann sich der Gast so richtig als Burggraf oder Stadtwächter fühlen. Zur einen Seite blickt er auf die Kriemhildmühle, zur anderen Seite präsentiert sich die Klever Straße mit ihrem historischen Charme. Mit ein wenig Phantasie fühlt man sich da leicht um 600 Jahre zurück versetzt.

Klever Straße – mehr als ein Geheimtipp

Zwischen dem Klever Tor und dem Mitteltor erstreckt sich die Klever Straße mit altehrwürdigen mittelalterlichen Gebäuden, die zahlreiche Geschäfte, Cafés, Restaurants und andere Beriebe beherbergen. Die Bandbreite geht von Kunsthandwerk über gepflegte Gastronomie und Handarbeiten bis hin zur modernen Computertechnik. In den letzten Jahren ist die Klever Straße deutlich belebt worden. Man kann sie mit Fug und Recht als eine der schönsten Bereiche der mittelalterlichen Stadt bezeichnen. Für jeden Gast der Stadt ist die Klever Straße ein absolutes Muss.