Das unabhängige Xantener Online-Stadtmagazin
für Bürger/innen und Gäste

Das Karthaus - Ein Xantener Wahrzeichen erstrahlt in neuem Glanz

Im Stadtkern direkt neben dem Rathaus leuchtet zu allen Seiten das neue, alte Karthaus mit seinem achteckigen Turm mit der Zwiebelhaube. Ursprünglich, vor fast 400 Jahren wurde es als Kloster des römisch-katholischen Kartäuser-Ordens erbaut.

Die Gründung der Kartause Xanten geht auf Herzog Adolf von Kleve zurück, der 1417 auf der Rheininsel op der Graven in Flüren bei Wesel ein Kloster für 12 Mönche errichten ließ. Nachdem es mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde, verließen die Kartäuser im Jahr 1628 Wesel und ließen sich bei uns in Xanten nieder. Eigentlich wollten damals die Stadtherren neben den bereits bestehenden Klöstern und dem Domkapitel kein weiteres Kloster in Xanten entstehen lassen und versuchten die Kartäuser durch ein Grunderwerbsverbot für Geistliche am Aufbau des Klosters zu hindern. Dieser Versuch scheiterte als sich die brandenburgischen Landesherren für die Ansiedlung der Kartäuser aussprachen.

Wie alle Orden wurde auch dieser im Jahr 1802 durch Napoléon Bonaparte aufgelöst, die Klosterbibliothek wurde an die Stiftsbibliothek Xanten übergeben. Die verbliebenen Kartäuser kehrten auf die Insel op der Graven zurück, wo der letzte Angehörige der Kartause 1835 verstarb.

Das Karthaus Xanten gelangte in Privatbesitz und später in den Besitz der Stadt Xanten. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude bis auf den Turm fast vollständig zerstört.

Bücherei, Restaurant und Schule

Seit den 70er Jahren war im Karthaus die Stadtbücherei zu finden bevor diese ins Drei-Giebel-Haus umzog.  Das Erdgeschoss beherbergt seit vielen Jahren das Restaurant „Einstein“ mit gut-bürgerlicher Küche. Im Sommer kann man es sich auf der großen Sonnenterrasse an der Mauer der Domimmunität gut gehen lassen und der fast 400 Jahre alte Gewölbekeller bietet Platz zum Feiern.

Im ersten und zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss ist jetzt die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH, Diakonie untergebracht, die die Räume als Schule für Altenpflege nutzt. Auf ca. 700,00 m², stehen 5 Klassenräume, 1 Demonstrationsraum, 8 Büros und Lehrerzimmer samt Nebenräumen zur Verfügung.