Xanten Live 65

XANTEN LIVE Nr. 65 • März - Mai 2019 27 Erster Sonnenstrahl – und es macht BUUUUMMMM! Von und mit Profi-Cafésitzer Ano van Nym I ch glaub es geht schon wieder los! Kaum scheint ein bisschen die Sonne, schon fallen sie aus allen Richtungen ein: Leute, die unsere schöne Heimatstadt einfach ohne zu fragen komplett füllen und uns die gute Luft wegatmen. Hach was war das schön, als ich im Januar völlig unbehelligt in einem unserer zahlreichen Cafés in aller Seelen Ruhe meinen Espresso trinken konnte. Da- bei Zeitung lesend und sinnierend, wie es so meine Art ist. Aber jetzt... Man ist ja schon froh, wenn man überhaupt einen Platz bekommt. Alles pickepackevoll und man muss oft geschlagene zehn Minuten auf sein Gedeck warten. Alles sabbelt durcheinan- der, Kellner huschen mit Schallgeschwindigkeit an mir vorbei, auf dem Markt wimmelt alles durcheinander. Skandal! Unverschämt- heit! Was denken sich die ganzen Touris eigentlich? Die tun ja gerade so als ob ihnen die Stadt gehört. Aber nein. Sie gehört nicht ihnen, sondern MIR, verdammt nochmal. Und als Eingeborener habe ich ein Recht auf meinen Sitzplatz und freie Sicht auf den Markt! Was wollen die alle hier? Sollen doch zu Hause bleiben. Neulich höre ich wie eine dieser „plagenden Heuschrecken“ zu ei- ner anderen sagt: „Ach das ist ja so schön in Xanten. Da ist immer was los. Viel mehr als bei uns in Rheinberg.“ Ja logisch ist bei euch in Rheinberg nix los, weil ihr ja alle hier im Weg rumsitzt! Bleibt doch zu Hause, dann iss da auch wat los! Meine Güte, manchmal denk ich, die Intellenz iss doch ungerecht verteilt... Aber gez ma Spässken beiseite liebe Freunde. Ihr wisst ja, der alte Ano ist gar nicht son Griesgram. Nein, ich freue mich immer auf das Frühjahr, wenn unser Städtchen bei den ersten warmen Sonnenstrahlen den jähen Sprung vom Kaff zur Niederrheinme- tropole macht und hier wieder so richtig was los ist. Wenn wir über zu volle Cafés meckern (Was Cafébesitzer übrigens aus gu- tem Grund nicht tun, weil sie in der warmen Jahreszeit die Kohle fürs ganze Jahr verdienen müssen) dann tun wir das auf hohem Niveau. Denn in welcher anderen Stadt hat man denn im Som- mer so ein fast mediterranes Flair wie hier. Nicht nur am Markt sondern auch an vielen anderen Orten in Xanten tobt im Sommer der Bär. Und das ist gut so. Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch froh, wenn die öde Zeit zwischen Weihnachtsmarkt und Außen- gastronomie vorbei ist und endlich mal wieder was abgeht in un- serer City. Ich weiß nicht wie es euch geht, Leute, aber wenn das Wetter in Xanten schön ist, dann brauch ich nirgendwo hin in Urlaub. Und die paar Touris, die einem dann vielleicht mal auf den Senkel gehen, die blende ich ganz einfach aus und freue mich, dass die ihr Geld hier lassen, auf dass wir uns weiterhin so eine schöne Stadt gönnen können. Kommt gut durch den Frühling, Freunde. Euer Ano!

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